Fetzenbankert
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« on: November 12, 2006, 03:08:16 PM » |
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Bis auf die drei großen Edikte des Kardinal Toth und ein paar Wischi-Waschi-Aussagen über die Lehren des Kardinal Durand gibt es eigentlich keine genauen Beschreibungen über den Inhalt der Lehren der Bruderschaft. An was glaubt die Bruderschaft nun eigentlich? Welche Inhalte verbreitet sie? In den Regelwerken ist doch auch immer von Messen die Rede. Was wird da gelehrt? Welche Zeremonien gibt es? An welche tatsächliche Religion ist die Lehre der Bruderschaft nun angelehnt? Rein von der Optik und der Organisation der Vereinigung her wäre es der Katholizismus, die Struktur der Lehre erinnert aber eher die protestantischen Kirchen. Soll die Lehre überhaupt ausdefiniert werden oder soll das in der Fantasie der Spieler und dem Ermessen jeder einzelnen Runde bleiben?
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Ich kann mir eine Welt vorstellen ohne Krieg, eine Welt ohne Hass. Und ich kann mir vorstellen, wie wir diese Welt angreifen, weil die Typen es niemals erwarten würden.
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UraYagyu
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« Reply #1 on: November 19, 2006, 02:16:02 AM » |
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Meiner Meinung nach wird hier der Knackpunkt angesprochen wie genau man etwas dem Spieler vorkauen möchte, oder ob der es sich nach seiner eigenen Vorstellung oder Konfession zurechtbiegen darf mangels Vorgaben. Meiner Meinung nach haben sie sich auf Grundlage des Katholizismus zu einer Art Templerorden gemausert, der im Rahmen der Ökumene auch die Protestanten geschluckt hat. Das ist wie gesagt nur meine Meinung, wenn man etwas ausformuliert haben möchte, sollte man erfahrenere Spieler fragen. Gott in ein Rollenspiel einzuführen, zumal den christlichen, hat in meinen Augen nur White Wolf bisher einigermaßen unpeinlich über die Bühne gebracht. Man sollte sich da wirklich starke Gedanken machen, bevor man die pazifistische Heilslehre, die Bergpredigt in einem Zusammenhang mit Kampfpriestern bringt, die knöcheltief im Feindesblut waten. Andererseits hat das die historischen Templer auch nicht davon abgehalten. Was wäre Gott in einer Mutant Chronicle-kosmologie? Einfach nur eine bequeme Wesenheit, die die Inquisitoren mit ihren Sprüchen ausstattet? Irgendein ein billiger Dungeons and Dragons Gott erfüllt diesen Zweck besser als sich mit diesem heiklen Thema unnötig die Finger zu verbrennen. Wenn wir schon beim Metaphysischem sind, wie paßt da die diametral unterschiedliche Mythologie der Mishimanen dazu? Sind deren Kikräfte dann nur Einbildung oder wie paßt das in ein einheitliches Weltbild? Und falls eine Erweiterung von Mutant Chronicles soweit ginge auch die Muslimischen Völker einzuschließen, wie paßt das Gottesbild Mohameds dazu?
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Black ICE
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« Reply #2 on: November 25, 2006, 11:38:14 PM » |
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Hier geht es nicht um ein Glauben und Gott sondern um Lebensphilosphie, Regeln und Gesetze.
Die Bruderschaft benutzt nur lediglich die Mittel und Werkzeuge der Religionen um ihre Philosophie zu verkünden und durchzusetzen.
Historisch gesehen, wollte die Bruderschaft am Anfang nur die Dunkle Symmetrie und Dunkle Legion aufhalten. Aber dazu mußten sie auch die Konzerne einen. Daher ist die Philosophie nicht nur eine Vorgabe, wie die Menschen leben sollen (wieviel Technik, was ist erlaubt, was nicht etc), sondern auch wie die Konzerne miteinander umgehen.
Ich denke, daß das so weit geht, daß die Bruderschaft sogar Gesellschaftliche Umgänge vorgibt bzw. empfiehlt.
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Fetzenbankert
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« Reply #3 on: November 27, 2006, 10:06:41 AM » |
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Hier geht es nicht um ein Glauben und Gott sondern um Lebensphilosphie, Regeln und Gesetze. Ob es sich nun um einen Glauben oder eine Philosophie handelt, darüber kann man streiten. Wie genau definiert sich denn nun Religion? Allein durch das theistische Prinzip? Aber es gibt auch Religionen, in denen es keinen Gott gibt, zB Taoismus oder Buddhismus. Kann das nicht auch hier der Fall sein? Oder gibt es hier eine Immanente Wesenheit a la Star Wars (die Macht)? Andererseits sagt in der zweiten Edition von Warzone Kardinal Durand zu den versammelten Doomtroopern vor ihrem Kampf gegen Algeroth folgenden Satz: "Der Herr möge mit euch sein, Amen." Wer ist dieser "Herr" nun? Doch der christliche Gott? (Natürlich muss ich dazusagen, daß in dem Fluff der 2nd Edition sehr, sehr viel umgestellt, weggelassen und dazugedichtet wurde. Viele MC-Spieler lehnen daher die Background-Geschichte der 2nd Edition ab). Historisch gesehen, wollte die Bruderschaft am Anfang nur die Dunkle Symmetrie und Dunkle Legion aufhalten. Aber dazu mußten sie auch die Konzerne einen. Daher ist die Philosophie nicht nur eine Vorgabe, wie die Menschen leben sollen (wieviel Technik, was ist erlaubt, was nicht etc), sondern auch wie die Konzerne miteinander umgehen. Ich denke, daß das so weit geht, daß die Bruderschaft sogar Gesellschaftliche Umgänge vorgibt bzw. empfiehlt.
Ja, aber ist das nicht ein bißchen wenig für eine Bewegung mit Milliarden an Anhängern? "Du sollst nix verwenden was komplizierter ist als ein Dosenöffner!" Also, das ist mir ein bißchen zu lahm. Schließlich hat Durand in den schlimmsten Zeiten der Menschheit den Leuten wieder Hoffnung und Mut gebracht. Mit welcher Lehre? Was hat er gepredigt? Und damit kommen wir wieder zum eigentlichen Thema dieses Threads zurück: Was ist der INHALT der Lehre???
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UraYagyu
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« Reply #4 on: November 29, 2006, 12:19:16 AM » |
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Okay nehmen wir einmal an, sie bezieht sich auf den christlichen Gott. Und die dunkle Symmetrie verkörpert alles was in der Offenbarung des Johannes über die Endzeit geschrieben wurde. Dann geht es der Bruderschaft nicht primär darum, jeden Zombieschädel das verrottete Gehirn an die nächste Wand zu ballern, sondern die Menschheit daran zu erinnern einander in Zeiten der Not beizustehen, den Glauben und die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht zu verlieren und ihre Taten in den Dienst höherer Ideale zu stellen. Denn aus Mutlosigkeit und Zweifel wird die Saat der dunklen Legion geboren. Häretiker waren demnach Menschen, die an ein friedliches Miteinander nicht mehr glauben wollten und dadurch Tod und Verzweiflung bringen wollen. Ich könnte mir auch vorstellen, daß ein Bruderschaftler dazu auserkoren ist eine Inspirationsquelle für seine Mitstreiter zu sein, ihn nachzueifern und seinen Ratschlägen Gewicht beizumessen.
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Aldrien
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« Reply #5 on: November 29, 2006, 09:56:52 AM » |
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die hauptfrage ist doch die "kunst". es ist also nicht nur die dunkle magie sondern auch helle magie in die welt gekommen.
scheinbar aber kein gott (also gegenstück zu den DL aposteln).
ich hatte daher immer gedacht das der kardinal der fokus ist (vielleicht auch nur der erste), der (quasi) als gott verehrt wird. immerhin kann(konnte) er toll wunder wirken & sogar gegen algeroth kämpfen (duell!!!)
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Fetzenbankert
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« Reply #6 on: November 29, 2006, 05:48:41 PM » |
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Das würde aber bedeuten, es gäbe eine immanente Wesenheit - etwas völlig konturloses, nicht fassbares, wie eine Art Energiequelle, die durch die Bruderschafter fokussiert wird und durch die sie "zaubern" können. Soll mir recht sein. Ist aber noch immer keine Erklärung, wofür die Bruderschaft steht. Welche Gesetze sind zu befolgen (abgesehen von den 3 Edikten)? Was predigen sie? Jesus Christus´Lehre wurde durch das Neue Testament definiert, die Juden haben den Talmud und die Tora, die Muslime den Koran. Aber was steht in dem Buch der Bruderschaft ( the book of law)? Und das kein Gott in diese Welt gekommen ist, mag schlicht und einfach daran liegen, daß schon einer da war! Denn schließlich: irgendwer muss ja mal die Dunkle Legion aus unserem Sonnensystem verbannt haben. Die Stahltafel hat sich doch wohl nicht von selbst auf den Pluto gezaubert. Und die Siegel der Abwehr ( seals of repulsion) auf Nero: wer hat die dort installiert? Und mit welcher göttlichen/mystischen Macht haben die auch funktioniert (schließlich und endlich haben sie jahrtausende(?)lang die Dunkle Legion draußen gehalten)? Und warum sollte sich dieser Gott auch manifestieren müssen? Das Unausprechliche Böse ( that what should not be named) tut das ja auch nicht (und deswegen sieht man ja immer nur Symboldarstellungen)... Also, jetzt alles nur auf die Kunst zu reduzieren ist auch ein bißchen fraglich... 
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Black ICE
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« Reply #7 on: December 01, 2006, 02:50:36 AM » |
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also irgendwie haben wir alle Recht. Die Bruderschaft ist schon wie gesagt eine Lebensphilosohie. Das ist nicht nur Glauben. Es sind Regeln, Richtlinien, Weisheiten und Wissen. Das ist dann so komplex bzw. es ist so viel, daß natürlich dahinter eine Institution ähnlich der Kirche nötig ist, um alles den Menschen immer wieder richtig zu vermitteln. Das Buch heißt ja nicht umsonst Book of LAW und nicht Book of Believe oder sonst etwas. Ich würde sogar sagen, daß die Bruderschaft sogar sehr viel Wissen hütet, die sie vor den anderen verstecken. Hmmm, das bringt mich auf eine gute Idee für ein Abenteuer 
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Fetzenbankert
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« Reply #8 on: December 01, 2006, 09:01:41 AM » |
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Die Bruderschaft ist schon wie gesagt eine Lebensphilosohie. Das ist nicht nur Glauben. Es sind Regeln, Richtlinien, Weisheiten und Wissen. Vollkommen korrekt. Es ging mir ja auch gar nicht darum, ob nun ein Gottesglaube hinter der Bruderschaft steckt oder eine Jediphilosophie. Wie UraYagyu schon richtigerweise darauf hingewiesen hat, ist gerade einen Gottesglauben ins Rollenspiel authentisch einzubauen eine verdammt schwierige und heikle Sache. Als ehemaliger und langjähriger Fantasy-SL kann ich davon ein Frustlied singen. Da ist es wesentlich einfacher, wenn die Bruderschaft eben die "schrecklichen" (aber dafür umso cooleren) Zwillinge der Jedis wären. Worum es mir geht, sind eben nun diese "...Regeln, Richtlinien, Weisheiten und Wissen." Welche Regeln?  Welche Weisheiten?  Welches Wissen (abgesehen das über die DL)??  GENAU DAS WILL ICH EBEN ERFRAGEN!!! Ich würde sogar sagen, daß die Bruderschaft sogar sehr viel Wissen hütet, die sie vor den anderen verstecken. Hmmm, das bringt mich auf eine gute Idee für ein Abenteuer  Cool. Prinzipiell immer ein guter Ansatz. Bin schon gespannt, was da auf uns zukommt. 
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UraYagyu
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« Reply #9 on: December 01, 2006, 07:25:35 PM » |
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Was willst Du, Fetzenbankert, jetzt konkret für die Bruderschaft entwerfen? Eine Lebensphilosophie a la "Das Licht des Glaubens durchbricht die Finsternis" oder die zehn Gebote des Kardinals wie " Du sollst nicht über den Asteroidengürtel reisen". Auch die Lebensregel "Kämpfe und Bete" kommt mir da in den Sinn aber ich denke so etwas sollten wir eher vermeiden. Meiner Meinung nach kommen wir am besten mit einem Glaubensgerüst aus, das viel Interpretationsspielraum frei läßt aber dennoch nicht WischiWaschi klingt.
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Black ICE
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« Reply #10 on: December 06, 2006, 06:56:33 PM » |
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Ich glaube, Fetzenbankert geht es darum, mehr zu dokumentieren, was alles die Bruderschaft regelt, was sie sagen, was alles in den Büchern steht, was sie alles bestimmen etc. Dieses Thema würde vermutlich mehr Stoff abgeben, als die Hintergrundsgeschichte von MC.
Für den Spieler ist das vielleicht nicht so wichtig (außer er spielt wen von der Bruderschaft) aber für den RSL ist das Thema ein Riesennährboden für neue Ideen und Szenarien.
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Fetzenbankert
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« Reply #11 on: December 10, 2006, 09:46:31 PM » |
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Was willst Du, Fetzenbankert, jetzt konkret für die Bruderschaft entwerfen? Eine Lebensphilosophie a la "Das Licht des Glaubens durchbricht die Finsternis" oder die zehn Gebote des Kardinals wie " Du sollst nicht über den Asteroidengürtel reisen". Auch die Lebensregel "Kämpfe und Bete" kommt mir da in den Sinn aber ich denke so etwas sollten wir eher vermeiden. Meiner Meinung nach kommen wir am besten mit einem Glaubensgerüst aus, das viel Interpretationsspielraum frei läßt aber dennoch nicht WischiWaschi klingt.
Hmm, muß dir recht geben, ist tatsächlich eine schwierige Frage: wie weit darf ein RPG-Regelwerk gehen, wenns um Glaubensfragen geht? Dürfen hier tatsächlich Denk- und Handlungsmuster vorgegeben werden? Beeinträchtigt das aber nicht wieder viele Bruderschaftsspieler in ihrer Freiheit ihren Char nach eigenen Vorstellungen zu spielen? Auf der anderen Seite gibt es aber auch bei den anderen Konzernen teilweise klare Vorgaben - wer mit wem kann, wie die Sozialstrukturen aussehen und welche Ettikette sich dadurch ergibt. Beziehungsweise welche Ansichten der Konzern prinzipiell als Leitideen hat. Und IMHO sollte gerade eine religiöse Gruppierung (und die Bruderschaft ist eine solche, ebenso wie die Jedi, deren Wurzeln halt nur im Buddhismus liegen - man höre sich nur das Geschwafel Yodas in " The Empire strikes back" an  ) deutlich mehr Inhalt und Struktur haben als das was uns bis jetzt geboten wurde. Nun, ich hab mir mal wieder nach langer Zeit die Arbeit angetan und hab mir das SB der Bruderschaft durchgelesen. 2 Dinge sind mir aufgefallen: 1) das Kapitel " The Book of Law": kurz gesagt - Schrott. Wer hier den Inhalt oder zumindest eine Zusammenfassung der Lehre der Bruderschaft sucht, der wird bitter enttäuscht. Stattdessen gehts seitenlang nur um ein Thema: PURGING - Läuterung bzw. Reinigung. Wie muß wer durch wen und mit welchen Mitteln seelisch zwangsentschlackt werden. Eher enttäuschend. 2) zufälligerweise hab ich mir auch mal wieder die ersten paar Seiten eines SB durchgelesen (auf denen normalerweise elendslang und sehr melodramatisch eine Kurzusammenfassung der Geschichte und der Status quo des betreffenden Konzerns erzählt wird), und was finde ich dort? Na endlich, den möglicherweise ersten Ansatz zur Beantwortung meiner Fragen - auf Seite 4 findet sich folgender Passus: "Cardibal Durand saw this and knew what must be done. Calling his brethren together, the Cardinal laid down the basic credos by which each member of the Brotherhood swears to live by until the end of their days and beyond." "The First of these is this: Thou shalt obey the Cardinal (and, by transposition, anyone else above thou in the brotherhood) in all things, for his wisdom is unquestionable. (.....)" Hmm, wieder eine interessante Anspielung auf den Papst und damit Parallele zum Katholizismus - das rückt eine Ähnlichkeit zu asiatischen Religionen und Philosophien in weite Ferne (aber das sei nur so nebenbei erwähnt  ). "The second is this: thou shalt recruit others into the Brotherhood for the good of the Brotherhood and themselves. (.....)" Nochmals eine Anspielung auf das missionarische Sendungsbewußtsein, das es in dieser Form auch nur beim Katholizismus gibt. Langsam gibt mir das schon zu denken. "The third is this: Thou shalt constantly beware the horrible influence of the Dark Symmetry in others and in thyself. Only by constant vigilance against such incursions into their souls can good men and women hope to stand against the seductive powers of the Darkness."Und gerade dieses dritte und letzte Credo ist der springende Punkt, gerade der ist möglicherweise der Schlüssel zu der ganzen Sache. Aber gleichzeitig kommen wir durch die (wieder einmal) etwas schwammige Formulierung gefährlich in die Nähe von Interpretation und Auslegung. Nun, so wie ich dieses Credo deute, hat es folgende Aussage: Die Bruderschaft stellt den Kontrapunkt, die genau gegenteilige Wertsetzung, den moralischen und ethischen Gegenpol zur Dunklen Symmetrie dar. Was bedeutet das jetzt im Detail - wenn wir die einzelnen Apostel nehmen, die ja nur Synonyme für Negativ-Aspekte des Lebens und der menschlichen Gesellschaft darstellen, komme ich zu folgendem Schluß: - 1) Algeroth: die Bruderschaft müsste hier den Frieden als höchstes Gut ansehen. Eigentlich sollten alle Bruderschafter Pazifisten sein - was de facto nicht der Fall ist, v.a. im Kampf gegen die DL greift die Bruderschaft zu martialischen und teilweise höchst fragwürdigen Mitteln. Hmmm. Eigentlich ein Widerspruch. Ich denke, deswegen rauchen schon seit Generationen in der Kurie viele Köpfe.
 - 2) Semai: Verpflichtung zur Wahrheit, Ehrlichkeit und Anständigkeit (eine Forderung, die in allen Weltreligionen vertreten ist)
- 3) Demnogonis: Heilung und Rettung - ein höchst humanistisches und humanitäres Prinzip. Widerspricht das aber nicht der alltäglichen, realen Haltung der Bruderschaft (siehe Punkt1)?
- 4) Muawijhe: die Bekämpfung des Wahnsinns. Ebenso eigentlich wieder ein heikles Thema. Wahnsinn - Krankheit, Laster oder Strafe(siehe Punkt1)?
- 5) Ilian: Magie(?) darf nur für Gutes eingesetzt werden (siehe Punkt 1-4)
Wie gesagt - ist nur meine persönliche Meinung. Was meint ihr? Und eines noch zum Schluß: vielleicht machen gerade diese Widersprüchlichkeiten die ganze Sache wieder interessant, wer weiß, was da alles für Geschichten daraus entstehen könnten.... 
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« Last Edit: December 10, 2006, 10:30:15 PM by Fetzenbankert »
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Ich kann mir eine Welt vorstellen ohne Krieg, eine Welt ohne Hass. Und ich kann mir vorstellen, wie wir diese Welt angreifen, weil die Typen es niemals erwarten würden.
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« Reply #12 on: December 13, 2006, 02:23:23 AM » |
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Widersprüchlichkeiten sind ein wichtiges Element in der Mutant Chronicles Welt. Es ist nichts perfekt und alles hat seine Kehrseite. Insofern ist die Bruderschaft perfekt für das MC Universum.
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NewChum
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« Reply #13 on: July 19, 2007, 08:25:14 PM » |
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Ich bin beeindruckt Fetzenbankert, du machst dir wirklich Gedanken. Deine Schlußfolgerungen sind logisch nachvollziehbar. Vielleicht verrennst du dich etwas. MC ist schwedischer Natur und die Schweden sind keine Katholizisten. Sie sind Potestanten. Deshalb führten sie 30 jahre lang Krieg gegen die Habsburger Katholizisten in Deutschland geführt. Bei der Bruderschaft geht es lediglich um den Gegenpol zur Dunklen Symetrie. Sie beziehen ihre Machtposition NUR aus dem Vorhandensein der Dunklen S(eite)ymetrie. Der Grundgedanke ist, das wenn es Finsternis gibt, MUSS es auch Licht geben und umgekehrt. Das führt letzten endes dazu, das man alles göttliche abschafft, in dem man selbst dieses Licht beherrschen lernt, erhebt man sich selbst zum Gott. Ebenso wie sich die Dunkelheit in Form von Aposteln darstellt, ebenfalls finstere Götter sind. Damit wird zwangsläufig der Kampf zwischen Gut und Böse personifiziert. Es entbrennt ein Konflikt. Jedes Gute Buch oder Rollenspiel oder spiel an sich existiert nur durch konflikte. Es ist in unserer Natur, das wir derartige genießen. Ich vermute das die Apostel und die Bruderschaft zeit gleich von Erschaffern erdacht wurden. Da die geschichte ohne diese zu jener zeit einfach nur dünn war und auch gleichzeitig einen aufhänger bot warum es im 5. Jahrtausend Losttech gibt. Zusammenfassend. Die Bruderschaft hat Gott abgeschafft um selber Gott zu spielen. Ketzer Gedanken: Manchmal denke ich, das nicht die dunkle Symetrie die wahrhaft bösen sind, sondern die Bruderschaft. Denn auch die Bruderschaft macht dinge die eigendlich sehr Fragwürdig sind. Damit das aber nicht so auffällt, haben die Erschaffer alle DS anhänger grundsätzlich häßlich gemacht und sehr schrecklich dargestellt. Aber diese gedanken verdränge ich dann ganz schnell. Es könnte ja sein das ein Inquisitor gerade vor meinem Haus lang läuft und meine Gedanken aufschnappt.  NewChum
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Fetzenbankert
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« Reply #14 on: July 20, 2007, 08:28:34 PM » |
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Ich bin beeindruckt Fetzenbankert, du machst dir wirklich Gedanken. Deine Schlußfolgerungen sind logisch nachvollziehbar. Vielleicht verrennst du dich etwas. Ich fass das jetzt einfach mal als Kompliment auf.  Nun, ich bin angenehm überrascht, daß du den historischen Konnex und den damit verbundenen möglichen Hintergründen, warum die Erfinder von MC die Bruderschaft ins Spiel gebracht haben, zur Sprache bringst. Eine interessante Idee, die Sache mal von der Seite her zu betrachten. Jedoch hat deine Überlegung einen kleinen, aber entscheidenen Fehler. Und zwar die Darstellung der Bruderschaft an sich. Ein leichtes wäre es gewesen, daraus rein areligiöse oder atheistische Kampfmagier zu machen (Parallelen dazu gäbe es in der Trivialliteratur zuhauf, zB. die Jedis aus Star Wars oder die Power Rangers, von den diversen Computerspielen ganz zu schweigen), und man hätte sich damit die Überschneidung mit der Religion erspart. Vor allem hätten sie damit in das antiklerikale Bild der Protestanten gepasst, die ja die Amtskirche, die Heiligenverehrung und den zeremoniellen Ritus ablehnen. Aber nein: ausgerechnet der (in den Industriestaaten der 1.Welt inzwischen verpönte) Katholizismus sollte als Vorlage herhalten! Beispiele gefällig? Allein das Symbol: ein (wenn auch ein wenig verändertes) Kreuz. Oder die Figuren der Scholaren, Inquisitoren und Mystiker respektive deren Bezeichnung. Der Aufbau der Bruderschaft in streng hierarchische Strukturen, an deren Spitze die Kurie (sic!) steht. Und über allem trohnt der Papst.... ähhh, sorry, der Kardinal (potzblitz, wieder die Bezeichnung für einen katholischen Würdenträger!). Die wenigen beschriebenen Riten erinnern sehr stark an katholische Exerzitien und die Beschreibung des Todes von Kardinal Durand kommt einer Apotheose gleich. Selbst in der Architektur spiegelt sich die Parallele wieder: die Neo-Gothik deutet auf einen zutiefst religiösen Zeitabschnitt hin, der klar katholisch dominiert war. Die Liste ließe sich leicht fortsetzen, nur hab ich momentan das SB nicht bei der Hand. Aber wenn die Schweden keine Katholiken, sondern Protestanten sind und den Katholizismus eigentlich ablehnen und Mutant Chronicles für einen Markt gedacht ist, der mit "fundamentalistischem Christentum" sowas von gar nix am Hut ab, ja warum dann ausgerechnet der Katholizismus?  In meinen Augen liegt die Antwort auf der Hand: es ist das Seltsame, Geheimnisvolle, Unbekannte, das den mittelalterlichen Katholizismus ausmacht, der zugleich enorme Macht verströmt als auch von dunkler Mystik umgeben ist. Und es ist gerade diese Mystik, die viele anzieht, die Raum lässt für Interpretation und kontemplativen Phantasien. Gleichzeitig überträgt man auch das Bild der mittelalterlichen Kirche auf die Bruderschaft, ein "Staat" mit (teilweise) eigenem Heer und protzigem, überschwenglichem Reichtum - der Kaiser krönte und Könige stürzen konnte. Und damit kommen wir zum eigentlichen Thema des Threads zurück: soll es also nur eine leere Hülse sein, ein Clichee, eine inhaltsleere Maske? Bei der Bruderschaft geht es lediglich um den Gegenpol zur Dunklen Symetrie. Sie beziehen ihre Machtposition NUR aus dem Vorhandensein der Dunklen S(eite)ymetrie. Der Grundgedanke ist, das wenn es Finsternis gibt, MUSS es auch Licht geben und umgekehrt. Das führt letzten endes dazu, das man alles göttliche abschafft, in dem man selbst dieses Licht beherrschen lernt, erhebt man sich selbst zum Gott. Ebenso wie sich die Dunkelheit in Form von Aposteln darstellt, ebenfalls finstere Götter sind. Damit wird zwangsläufig der Kampf zwischen Gut und Böse personifiziert. Ich gebe dir da recht: tatsächlich gibt es ja auch keinen Verhaltenscodex für die andere Seite (sprich die Häretiker). Die haben es aber sowieso wesentlich einfacher, da ihr ganzes Streben destruktiver Natur ist. Infolgedessen ist es weder notwendig noch ist es überhaupt möglich dem formale Strukturen zu geben - wozu auch? D.h. es reicht, einfach böse zu sein - und das ist selbsterklärend. Anders da wiederum die Seite der Bruderschaft. Die ist ja gut - nur was ist gut? Wie ist es definiert, welche Parameter gelten dafür? Was ist also Sinn und Ziel? Einfach nur das Gegenteil von böse zu sein, ist nicht genug - das ist ohne Inhalt und Substanz. Beispiel (wie schon oben angeführt): Demnogonis ist als Herr der Krankheiten und Seuchen böse. Nur was ist im Vergleich dazu gut? Das Heilen ebendieser Krankheiten? Oder ist der Kranke schon selbst ein Übel und muß deswegen ausgelöscht werden? Ist die Krankheit eine Art Strafe? Wie man sieht, völlig verschiedene Standpunkte, bei nur einer einzigen Fragenstellung. Und wie steht jetzt die Bruderschaft dazu? Ich vermute das die Apostel und die Bruderschaft zeit gleich von Erschaffern erdacht wurden. Da die geschichte ohne diese zu jener zeit einfach nur dünn war und auch gleichzeitig einen aufhänger bot warum es im 5. Jahrtausend Losttech gibt. Das ist leider nicht ganz richtig. Den Rückschritt zu Low-tech gabs schon vor der Erfindung der Bruderschaft: Mutant [der Vorvorvorvorgänger von Mutant Chronicles] spielte im Jahr 2500 und nach einer weltweiten Epidemie war die Menschheit praktisch in die Steinzeit zurückgeworfen worden. Einige Menschen und Tiere mutierten, bedingt durch ihren Aufenthalt in stark verstrahlten Gebieten. Es gab zwar noch Überbleibsel unserer Kultur, aber sie waren so selten, daß man ihren Besitz entweder verschwieg oder andere deswegen umbrachte. Die alltäglichen Waffen hingegen waren primitive Feuer- und Handwaffen. Moderne Waffen galten als purer Luxus.
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