Ich wiederum kenn nur das Computerspiel - ist am Anfang lustig, weil sehr skurril, aber im Endeffekt auch nur ein Ego-Shooter wie alle anderen. Die letzten Leslie Nielsen-Filme hab ich gar nimmer gesehen, spätestens seit dem zweiten Teil der
Nackten Kanone war klar, daß da nur noch Blödsinn nachkommen wird; eigentlich schade, war doch die Vorgänger-Fernsehserie
Police Squad gespickt voll anarchischen und schrägen Humor. Während jedoch die Nackte Kanone-Serie von David und Jerry Zucker sowie Jim Abrahams produziert worden ist, hat Postal einen ganz anderen Hintergrund:
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David Zucker beginnt seine Karriere Ende der 1960er Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Jerry Zucker und ihrem gemeinsamen Freund Jim Abrahams mit der Gründung des Kentucky Fried Theatre, als die sie ein Programm mit dem Namen Vegetables auf die Bühne bringen, das aus einer Reihe von satirischen Sketchen, schlichtem Blödsinn und Attacken auf den American Way of Life besteht. Nach unerwartetem Erfolg - die Show ist monatelang ausverkauft - zieht die Truppe 1969 nach Los Angeles, wo sich ihr Siegeszug fortsetzt. 1977 kommt es zur ersten Arbeit in Hollywood, als Zucker, Abrahams und Zucker das Drehbuch für den Film Kentucky Fried Movie (Regie: John Landis) schreiben.
Der gemeinsame Weg der drei setzt sich mit ähnlich verrückten Filmen fort, deren typisches Merkmal die Parodie ganzer Filmgenres ist. Dabei engagieren sie für ihre Filme genau die Schauspieler, die zuvor in den ernstgemeinten filmischen Vorbildern spielten, und lassen sie sich selbst auf den Arm nehmen.
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Postal 2 zeigt deutlich satirische Züge, die auf verschiedene Aspekte des „American Way of Life“ abzielen. Beispiele wären unter anderem der allzu leichte Zugang zu Waffen, schießwütige und korrupte Polizisten oder eine im Spiel stattfindende Wahl, die deutliche Parallelen zu der ersten Wahl von George W. Bush zeigt. In der Stadt selber stößt der Spieler auf Anzeigetafeln, Namen und Schilder mit zynischen und schwarzhumorigen Sprüchen, die die Verkommenheit der Gesellschaft in Paradise verdeutlichen und dem Spiel eine sarkastische Atmosphäre verleihen.
Das Spiel ist jedoch stark in die Kritik geraten, da es dem Spieler ermöglicht, wahllos und exzessiv gewalttätig zu werden, was detailfreudig dargestellt wird.
Die Entwickler des Spiels versuchten der Kritik an dem Spiel damit entgegenzuwirken, indem sie angaben, dass die Entscheidung zur Gewaltausübung rein beim Spieler liege. Er allein entscheide, ob er seine Aufgaben friedlich erledigt oder Unheil stiftet. Allerdings wird der Spieler oftmals dazu gereizt, Gewalt anzuwenden. So wird er des Öfteren von überzogen dargestellten Protestgruppierungen angegriffen, die gegen alles mögliche protestieren, von Büchern bis zu Christen. Die Bewohner von „Paradise“ sind extrem unhöflich, werden schnell beleidigend, wenn der Spieler sie anrempelt, und leicht gewalttätig. Auch liegen diverse Waffen, von Scheren, die sich wie Wurfsterne verwenden lassen, über Sturmgewehre bis zum Napalmwerfer frei in der Gegend herum.
Der Spieler wird zwar gereizt, einen Amoklauf zu starten, nötig ist dies jedoch nie. Einige Missionen bringen den Spieler allerdings in ernste Gefahr, so dass er ermutigt wird, die Angreifer zu töten. So wird beispielsweise in der Mission „Beichten in der Kirche“ nach dem Beichtvorgang eine Zwischensequenz eingeblendet, in dem Al-Qaida-Terroristen die Kirche stürmen und deren Besucher angreifen. Auf den Spieler wird unweigerlich geschossen, ob er nun selbst bewaffnet ist oder nicht. Zwar ist es nie Pflicht, das Feuer zu erwidern, doch ohne Gewalteinsatz ist es vor allem bei höheren Schwierigkeitsgraden beinahe unmöglich, eine solche Situation heil zu überstehen.
Aber zurück zum eigentlichen Topic: für mich war der Film in mehrfacher Hinsicht enttäuschend. Allen voran die dünne Story - mühsam zusammenkonstruiert ist die Entwicklung für Außenstehende kaum nachvollziehbar, es bleibt ein Rumpfplot über a la
Herr der Ringe: eine Gemeinschaft zieht aus um das Böse zu vernichten. Brother Samuel ist Gandalf, Hunter ist Aragorn (und Frodo in einer Person) und Steiner ist Boromir. Gib den Chars jetzt noch ein bißchen weniger Tiefgang und voila - fertig ist Mutant Chronicles. Nicht umsonst kommt der Film nicht in die Kinos: schließlich wird er einem Testpublikum vorgesetzt und an deren Beurteilung wird gemessen ob es sich rentiert den Film in die Kinos zu bringen. Schade, ich fürchte das Projekt ist ziemlich in die Hosen gegangen.